Freitag, Januar 06, 2017

Agaporniden-Schwarmhaltung zuhause?

"Agas sind Schwarmtiere" = richtig, weil sie sich in Schwärmen gegenüber Fressfeinden besser retten können als wenn sie allein vor einem Falken flüchten müssten.
Aber ohne Feinde können besonders bei Agas zwischen den Paaren Konflikte in den Vordergrund treten, die sich nur durch intensive Betreuung eindämmen lassen, damit sie einander nicht die Gummistiefel zerbeißen oder sogar tödlich verletzen, denn Kompromissfähigkeit gehört nicht so sehr zu den Aga-Talenten.
Versucht man sich mit mehr Paaren, so kann es sinnvoll sein, sie erforderlichenfalls in separaten Volis unterzubringen. Nichts ist niedlicher als friedliche Agas. Kaum etwas ist nervender als streitende Agas.

Freitag, September 23, 2016

Agaporniden und Lärm ?

Zwei Agas machen weniger Lärm als vier ;-) (wir haben zur Zeit 10 Agas und eine Taube)

Agas teilen ihre Gefühle mitunter erstaunlich lautstark mit, aber nicht stundenlang, sondern mit große Pausen, die mit Schlaf oder "stiller Beschäftigung" gefüllt werden, wenn sie genügend Bastelmaterial haben; frische Zweige usw.
Agas sind "Frühaufsteher". Das lässt sich ein bisschen humanisieren, indem für gute Abdunkelung gesorgt wird.
Nachbarn kommen besser mit Aga-Lärm klar, wenn sie ein bisschen genauer kennen, wer und warum da jemand piept: "Lebensfreude" ist das Zauberwort für positive Wahrnehmung.
LG

Donnerstag, September 15, 2016

Brüten zulassen?

Es gibt nüscht Süßeres als eine kleine Aga-Familie, aber weil Agas so zänkisch sein können, empfehle ich in privaten Haushalten den Austausch mit Plastikeiern, denn nichts ist schlimmer im Paradies als sich zerbeißende "Lovebirds". Ich spreche aus eigener Erfahrung als mehrfacher Aga-Papa :-) Also ich bin im Unterschied zu anderen Meinungen nicht dagegen, weil es an Vermehrungskompetenz fehlen könnte, denn halbwegs gesunde Elterntiere tun sich darin eifrig und erfolgreich, sondern weil wir Privaten im Unterschied zu Züchtern den Nachwuchs nicht rechtzeitig von Elterntieren trennen und abgeben würden, weshalb dann bei uns Privaten die Eifersüchteleien und vielen sonstigen Rivalitäten voll durchschlagen können. Drum mein Tipp zur Aga-Anzahl: Kein Aga darf allein sein, aber mit weniger hat man mehr (Frieden & Freude). Und bitte nicht bevormundet fühlen, denn Rat ist kein Diktat :-) und meine Meinung bloß Meinung. LG

Dienstag, August 02, 2016

Aga-Anfängerberatung

Einmal Aga, immer Aga!" - So isses bei mir :-) , aber die Kleinen können einem auch ziemlich auf die Nerven gehen, wenn sie sich streiten. Jedenfalls prima, dass du dich vorher informierst. Also ganz knapp: 1. Es braucht einen breeeiiiiiten Käfig, in denen Agas wenigstens einen Flügelschlag machen müssen, also 120 cm sollten es möglichst sein. Die Einrichtung auf eine Weise anordnen, dass ein "Flugkorridor" verbleibt und die Agas nicht alles erhüpfen. 2. Auf teure, handelsübliche Käfig-Einrichtungen kann bestens verzichtet werden, denn Agas freuen sich total, wenn ihnen bloß Äste und Zweige zum Sitzen, Springen, Klettern und Zerknabbern angeboten werden. 3. Agas kommen häufig aus "billig-praktischer-Trockenfutter-Haltung", aber eigentlich brauchen sie täglich viel Frisches, bspw. Möhrengrün, Stangensellerie, Löwenzahn, Gräser, Vogelmiere, Vogelknöterich (vom Spaziergang). 4. Agas brauchen täglich frisches Wasser, denn eigentlich sind sie totale Feinschmecker. 5. Agas brauchen unbedingt täglich ausgiebigen Freiflug, wobei der Erstflug nach Eingewöhnung gut vorbereitet werden muss, damit sie an Fenster keine Schnabel- oder sogar Genickbrüche erleiden. a) Also möglichst an den ersten Flugtagen die Fenster mit billiger, klarsichtiger Malerfolie abkleben (20 qm kosten im Baumarkt oft nur 2 EURO), möglichst auf Spannung mit Klebeband auf den Fensterrahmen befestigen. b) Vor den Fenstern Zweige aufstellen, denn Zweige sind natürliche Landeplätze - und dann fühlen sich Agas nicht ganz so fremd. 6. Agas möglichst aus dem Tierheim holen, wobei die Haltung einfacher ist, wenn es zwei Agas aus der gleichen Art sind, weil gleichstark und weniger Missverständnisse. 7. Es müssen unbedingt zwei Agas sein, möglichst Henne und Hahn, weshalb eine Geschlechtsbestimmung per DNA-Test (ca. 15 EURO) erforderlich ist, es sei denn, dass zuvor beobachtet wurde, ob jemand Eier legt. Äußerlich lässt sich der Geschlechterunterschied auch von absoluten Aga-Experten nicht feststellen. Leider geht es aber oft nur um den Verkauf. 8. Von mehr als zwei Agas rate ich (im Unterschied zu anderen Aga-Liebhabern) ab, obgleich ich jeden meiner vielen Agas total liebe, aber sie sind mitunter schlimmer als Kinder. 9. Wir sind immer für dich da, oft mit unterschiedlichen Meinungen, um dich zu verwirren ;-) LG

Sonntag, Juni 26, 2016

Meine Erfahrungen mit gleichgeschlechtlicher Aga-Haltung

Wir lieben unsere sechs Hennen und sieben Hähne, aber Struwwel und Peter waren harmonischer, bevor sie sich auf Hennen einließen.
Auch unsere Hennen Motte und Lotte kuschelten gerne, bevor sie die Männerwelt für sich entdeckten und um sie zu streiten begannen.

Und wie kuscheln solche gleichgeschlechtlichen Aga-Paare? Sie tun "es" wie Hetero-Agas = verglichen mit der Spezies Mensch erstaunlich oft, intensiv & ausgiebig.

Wären die namentlich genannten vier Agas homosexuell, so hätten sie es bei ihren gleichgeschlechtlichen Beziehungen belassen.
Und tatsächlich war Struwwel sehr lange traurig, dass sich Peter immer weniger für ihn interessierte und nur noch zu gelegentlichen Seitensprüngen bereit war.
Gleichgeschlechtlicher Sex ist also nicht immer gleichbedeutend mit Homosexualität. Möglicherweise sind Agas und andere Tierwelt weniger religiös, weniger gesellschaftlichen Konventionen unterwürfig als wir Menschen, sicherlich in Gefangenschaft öfter als in der Natur bisexueller - und sterben in der Natur daran trotzdem nicht aus, wie es Biologen und Archäologen wissen, wenngleich von Ideologen geleugnet und von Dummen bestritten, weil sie es für "unnatürlich" halten, die Natur schlecht kennen, denn "natürlich" ist eben nicht, was wir uns in Heilige Schriften malen, "natürlich" ist alles, was uns die Natur beschert, so wunderschön und oft auch bitter tragisch.

Glücklicherweise ließ sich unser im Stich gelassener Struwwel irgendwann auf die blonde Happy ein und ist ihr inzwischen so treu wie zuvor dem Peter, während Peter seine Talente ungünstigerweise auf zwei Hennen zu verteilen versucht, obgleich er sich dafür jede Menge Ärger einhandelt und auch zwischen den Hennen stiftet.

Wenn jemand zwei scheinbar glückliche Agas hat, dann halte ich es für okay und rate schon längere Zeit nicht mehr zu artgleichen und / oder gegengeschlechtlichen Ergänzungsmaßnahmen, denn ich beobachte bei anderen zu oft und auch bei mir zuhause, dass sich mit den zusätzlichen Chancen zur Verpaarung & Schwarmglück auch die Risiken zu Konflikten vermehren, denen wir oft nicht gewachsen sind, wenn wir anstelle unserer geliebten Liebesvögel dann mit gefiederten Gewalttätern zu tun haben. Artgerechte Haltung ist schwierig, denn wir können Natur bloß improvisieren, aber müssen viel experimentieren, denn jeder Aga hat seine persönliche Vorgeschichte und schreibt sie auch fort, so dass sich nicht jede Erfahrung verallgemeinern lässt.

Und wenn jemand (wie ich) einen Aga-Schwarm hält, dann sollte man die eigenen Probleme bekennen und nicht anderen Menschen verschweigen, denn wenn daraus Tierleid und Menschenfrust erwächst, kann das zu Vernachlässigung.

Mittwoch, Juni 22, 2016

Agas zähmen ?

Naja, man bekäme Agas schon noch zum Kuscheln - und gibt kaum kuscheligere Lebewesen als verliebte Agas, aber so dolle verlieben sich Agas in Menschen eigentlich nur, wenn ihnen Artgenossen vorenthalten werden - und dafür können wir aus vielen, vielen Gründen nicht werben, weil es den Piepern nicht gut bekommt.
 Es wäre ein Psycho-Drama, denn kein Mensch kann es wie ein Aga-Artgenosse schaffen, Tag & Nacht für den Verliebten ansprechbar zu sein. Und es geht kaum schlimmer für Schwarm- und Rudeltiere, wenn sie gegen ihren Willen zurückgelassen werden. Mein erster Aga war ein solch "Auf-Menschen-Geprägter".
Na logisch freuten wir uns, wenn er unsere Rückkehr überglücklich begrüßte und uns buchstäblich ins Gesicht klatschte, um uns abzuschmusen,
ABER wenn er beobachtete, dass wir Vorbereitungen zum Weggehen trafen, dann war er total verzweifelt. Ich fand das "süß", aber es war leider doch Tierquälerei. Es gibt noch ganz viele wirklich wichtige Gründe, aber es genügt ja eigentlich schon dieser Aspekt = aus Perspektive des Agas :-) Und Zutraulichkeit anstelle von Anhänglichkeit ist auch richtig schön und viel entspannter.

Samstag, Juni 04, 2016

Rhabarber für Agaporniden?

Blätter & äußere Haut der Rhabarber-Stiele enthalten reichlich Oxalsäure, weshalb wir in Menschenkost mit Milch gegenhalten. Für die Vogelwelt mag Oxalsäure unbedenklicher sein, aber ich biete meinen Piepern lieber andere Gewächse an; aktuell Löwenzahn und Vogelmiere, wie es grad so schön wuchert. Falls du es ausprobierst, gib bitte Bescheid, ob & wie es angenommen wird. Achte auf den Kot, ob (gewöhnlich) einigermaßen kompakt oder stark flüssig. Um unsere Agas beim Experimentieren mitentscheiden zu lassen, bieten wir gleichzeitig eine Vielzahl an bewährten Futterkräutern und Nagematerialien an. LG

Samstag, Mai 28, 2016

Zur Macht der Triebe, z.B. Bruttrieb

Ein eigentlich sehr lieber Freund von uns hat zwei Agas, denen er allerdings wenig Aufmerksamkeit schenkt, weil er selbst seit Jahren in Paarungsstimmung ist. Folglich müssen sich seine Agas weitgehend mit Trockenfutter begnügen, obgleich ein großer Garten und gemüsereiche Kochkünste für Abwechslung sorgen könnten, wenn an die Schnäbel gedacht würde und nicht bloß an Mülltrennung.
Es werden also nahezu keinerlei Brutanreize geboten. Und trotzdem: Sobald die Pieperchen Freiflug dürfen, beginnen sie sofort hektisch mit der Suche nach Nistmöglichkeiten. Jeder Schrank, der sich öffnet, jedes Bücherregal wird inspiziert, vielleicht geht 'was unter der Couch oder hinter der teuren Stereoanlage, wenn sich das Kabelgewirr wegbeißen lässt.
 "Die sollen nicht brüten!!!!" - Hmm, ist ja richtig, denn Nachwuchs kriegen, ist nicht schwer, Nachwuchs haben, dagegen sehr, aber ich ziehe es dennoch vor, meine Agas "machen" zu lassen und tausche ihnen dann eben die Eier aus. Der Nestbau macht ihnen zu viel Spaß, als dass ich es ihnen gänzlich verbieten könnte.
Einmal ging es allerdings "schief", weil Motte uns durch einen seitlich verlängerten Nestbau in die Irre geführt hatte. So entstanden unplanmäßig Murksel, Schnurpsel und Baby. Aber war denn jeder von uns geplant?
Wat da is', is' nu'ma' da, hat Anrecht auf Liebe - und wir zogen Schlüsse draus, denn seither bieten wir unseren Agas in bevorzugten Wohnlagen Bauplätze. Seither ist zuverlässige Familienplanung möglich & uns erstaunt, dass zwar viel gebaut, aber viel seltener als in früheren Jahren gebrütet wird. Meist wird sich gegenseitig das Nistmaterial geklaut.

Montag, April 18, 2016

Käfigfragen

Wenn dir ein Käfig angeboten wird, dann gib uns ruhig vorher Bescheid, damit wir dich mit unseren vielen Meinungen irritieren können „wink“-Emoticon 
Käfigfragen sind sooo wichtig & es gilt vieles zu bedenken. 
- Möglichst Quer-Gitter, damit sie besser klettern können, 
- möglichst nicht mehr als 14 mm Gitterabstand, damit sie nicht in Versuchung kommen, das Köpfchen könne durchpassen, 
- möglichst breiter Käfig statt hoher Käfig, denn Agas können zwar auch Hubschrauber, aber fliegen lieber Düsenjäger,
- möglichst auf "Hartholz-Sitzstangen" verzichten, denn natürliche Zweige wippen, schonen die Gelenke, sind für die Füßchen erlebnisreicher, lassen sich mit dem Schnabel bearbeiten, ...,
- möglichst ein Aufstellungsort, der den Piepern einerseits etwas Sicherheit gönnt und andererseits ermöglicht, uns zu beobachten, 
- möglichst etwas erhöht, denn Agas schauen gern auf uns herab,
... und vieles mehr ... NICHT ALLES lässt sich realisieren, aber Agas können sich glücklicherweise auch mit manch Defizit abfinden und trotzdem glücklich sein, wenn sie von uns den Eindruck haben, dass wir uns mühen „smile“-Emoticon

Spielzeug "artgerecht" ?

Agas haben durchaus Freude an "seltsamen" Effekten, die sich aus mechanischen (auch klanglichen) Konstruktionen ergeben können. Unsere Peachi mag z.B. eine Holzwippe und interessiert sich für ein Mini-Skateboard.
Die entscheidenden Kriterien sind Spaß, Nützlichkeit & Sicherheit, nicht immer ausschließlich die Frage, ob in der Natur vorkommend.
Und "artgerecht"?
Artgerecht ist, was den Bedürfnissen einer Art entspricht.
Und das kann oft noch individuell divergieren. So jedenfalls der persönliche Eindruck vieler Tierliebhaber, aber auch Stand der Wissenschaft, je genauer sie hin schaut.

Freitag, April 01, 2016

Unzertrennliche Hybriden

Je mehr die Contra-Argumente überwiegen, desto weniger Scheu sollte sein, auch die Pro-Argumente zu nennen.
Ein "Pro" ist es beispielsweise, dass einige Mischlings-Konstellationen fortpflanzungsfähig sind, so dass sich Halter keinen Kopf machen müssen, wie sie Nachwuchs vermeiden, denn dazu raten wir ja, weil viele Leute die Probleme unterschätzen und sich vor die falsche Überlegung stellen, ob sie "die Probleme meistern können" anstatt zu überlegen, ob sie solche Probleme überhaupt brauchen und wollen.
Und da scheiden sich die Geister im Argumentieren, denn Züchter neigen notorisch dazu, zwar vom Vermehren abzuraten, aber den Aga-Liebhabern die Hütte mit Piepern vollzustopfen. Dabei ist die Vermehrung oft überhaupt kein Problem, weil sich halbwegs normale Agas eigentlich bestens auf das Geschäft der Brutpflege verstehen. Die Probleme mehren sich hingegen mit der Anzahl der Schnäbel, so sehr ich meine 12 Agas liebe.

Nun noch zum Thema Artenschutz, denn ich lasse als ehemaliger Massenzüchter von Zierfischen & Pachtvertragsmittler für die Berufsfischerei in Brandenburger Seen NICHT erzählen, dass es in den im Vergleich zur Natur mini-kleinen Zierzuchtvogel-Populationen a) überhaupt um "Artenschutz" geht oder dass es b) "Mutationen" sind, DENN Mutationen sind a) selten, sonst wären sie in den Naturschwärmen viel öfter gesichtet, b) vererben sich Mutationen in natürlicher Rückkreuzung zumeist wieder weg, weshalb das, was uns als "Mutationen" angeboten wird, zumeist eher "Formzucht"-Ergebnisse sind, also genau keinen Artenschutz darstellen. Als Zierfischzüchter machte ich es kaum anders, aber ich erzählte meinen Kunden dann nicht, dass es "Mutationen" seien oder "Artenschutz" sei. Artenschutz & Haustierhaltung sind verschiedene Stiefel. Und bleiben es vermutlich.

Freitag, März 18, 2016

Weltanschauliches :-)

 "... beim Fressen ..." - Als ich meinem älteren Bruder berichtete, was meine Agas "essen", widersprach er kategorisch: "Menschen essen, Tiere fressen."

Ich: Stimmt, das kommt in den besten Familien vor. In Fällen der Unsittlichkeit & überbordenden Gier "fressen" Mensch & Tier, wie ich es alle paar Tage ebenfalls übertreiben mag. In anderen Fällen kann von "Naschen" &.s.w. die Rede sein.

Die Einteilung, ob "essen" oder "fressen" mache ich aus weltanschaulichen Gründen nicht davon abhängig, ob Tier oder Mensch, sondern nach stilistischen Kriterien.

Das ist im Deutschen anders üblich, aber ich freue mich, dass es in anderen Sprachen, z.B. Polnisch, Englisch exakt wie in meiner Verwendung ist, also weniger überheblich gegenüber den Tieren.

Donnerstag, März 17, 2016

Gitterabstand für Käfig und Volieren

Gitterabstände müssen tatsächlich möglichst exakt auf die Größe unserer geliebten Gefangenen abgestimmt sein. Sind die Abstände zu weit, dann werden die Pieperchen ständig in Versuchung geführt, ob sie nicht doch hindurch passen.
Auch das Umherlaufen auf solchen Käfigen fällt ihnen schwer. Es wird immerzu gestolpert.

Lässt sich daraus eine Regel ableiten? Ja >> "Eher zu engmaschig als zu weitmaschig." LG

ps: Für Agas m.E. maximal 16 mm, besser nur 14 mm 

Brei oder Trennkost

Müsli halte ich in folgenden Fälle für angebracht:
 - zwecks rascherer Umstellung auf eine gesunde Ernährung,
- zwecks Erleichterung für behinderte Pieperchen,
- zwecks Unterjubeln von Substanzen für kranke Pieperchen,
- als Erlebnis-Mahlzeit zu Festtagen, aber ansonsten bieten Christiane und ich unseren forschen Agas keinen Brei.

Also getrennte Kost aus folgenden Gründen:
- die Natur bietet keinen Brei, sondern erst im Verdauungstrakt,
- das Kornfutter würde von feuchten Gemüsen durchweicht, lässt sich vielleicht schlechter entspelzen,
- es kann speziell nachgelegt und ausgetauscht werden, was nicht mehr frisch genug ist,
- die Pieperchen steuern gemäß ihren Bedürfnissen die unterschiedlichen Futterarten an: "Jetzt will ich Möhrengrün. Also fliege ich hin, wo es aufgehängt oder im Teller ist. Jetzt will ich Körner. Also ... Jetzt will ich Blüten ..."

Allerdings machen wir auch keine "Mahlzeiten" i.S.v. Mahl-Uhrzeiten, sondern überlassen es den Piepern, wann und wie oft sie futtern möchten, wobei sie bei Frischgemüse natürlich sofort aufdringlich werden, denn die Frische verliert sich halt rascher als beim Körnerfutter. Und wer bei Frischkost Vorreiter ist, hat es am frischesten. Sind eben Gourmets - die Agas.

Freitag, Februar 12, 2016

Aga-Anfänge

Bei mir ist schon eine kleine Ewigkeit her (1995?) und anfangs befand ich den Schwanz zu kurz. Aber er ist praktischer für den aufrechten Gang und für barrierefreie Drehungen auf der Schulter.
Irgendwie waren mir Agaporniden vorher nie aufgefallen. Sind ja ooch recht klein, abgesehen von der großen Klappe, sobald sie sich wohlfühlen.

Wie dran gekommen? Ich hatte ihn ("Friedrich Schlesinger" alias Fritzi) zunächst nur urlaubsvertretungsweise, aber ich war schon geneigt, die Rückgabe zu unterschlagen. 
Später kaufte ich ihn dann einfach dem Sohn von Frau Schlesinger ab, denn in meiner Familie voll frei und total integriert. Oder war es umgekehrt? Wahrscheinlich beides. 

Fritzi hatte zu lange ohne Artgenossen gelebt und war so sehr auf Menschen gepolt, dass er alle sonstigen Lebewesen etwas arg hasste, auch den Kater unserer Nachbarin, weshalb er dann schnell in Vorbeugehaft zu nehmen war, damit er den Kater (Jimmy Carter) nicht bekämpfte. Der Kater wiederum wurde sich über all die Jahre nicht einig, ob der kleine Fritzi "eine gefährliche Macke" hat oder vielleicht doch wie ein ganz normaler Vogel schmecken würde. 

Besuchern gegenüber war Fritzi sehr aufgeschlossen und nahm an Besprechungen teil: 
- Wenn sich jemand bei Konferenzen zu sehr aufregte, dann rannte Fritzi quer über den Tisch auf den Jemand zu und krähte ihn an, alles lachte - und der Deliquent musste sich abregen. 
- Wenn sich jemand Notizen machte, befand Fritzi es als verdächtig und bekämpfte den Kugelschreiber so sehr, dass auch nüscht notiert werden konnte, was mir später hätte schaden können. 

Sehr teuer war er, denn er ließ sich vom Personal von morgens bis abends betüddern oder schmiss in der Küche Tassen auf den Boden, wenn sich nicht um ihn gekümmert wurde, ...

Irgendwann (er war ca. 14 Jahre alt) ließ plötzlich seine Flugkraft nach, aber er verhielt sich noch normal lieb&frech. Tags drauf am Nachmittag, knapp 20 Leute in Konferenz und vermissten ihn, weshalb ich dachte, er sei aller Gewohnheit entgegen entflogen und ihn mit Konferenzteilnehmern draußen suchend, aber nach 20 Minuten war er dann unter dem Konferenztisch auf dem Rücken liegend tot entdeckt. 

Dass er schon alt und womöglich noch älter war, konnte nicht trösten. Monatelang diese Leere und diese Stille. Kein schreiender Pieper, ganz schlimm. Einen Aga zu verlieren kann schlimmer sein als ... - man darf es kaum sagen, ...

Und als dann Jahre später Christiane am 10.Mai 2009 mit Zwitschi nach Hause kam & ich am nächsten Morgen von seinem Gebrüll aus dem Schlaf gerissen wurde, war ich sooooooo (unbeschreiblich) glücklich & musste sooooo lachen, während Christiane bis dato nur Welli-Erfahrungen hatte und etwas "irritiert" war. 
Dann kam Murkel hinzu. Das Glück war perfekt. Dann die schlimmsten (verschuldeten) Schicksalsschläge ... 

Heute haben wir 12 Kleinkriminelle, was wir niemandem guten Gewissens empfehlen können, aber auch nicht missen mögen. 

Agas kosten Nerven, Zeit & Geld, aber wenn man sich ihnen öffnet, dann sind sie eine Bereicherung. Und die Koordinaten verschieben sich: Urlaub? Prima. Fernreisen? Unwichtig. Denn von Agas Urlaub brauche ich nicht. Wozu großes Auto, wozu das schnellste Motorrad? Es genügt, dass meine Pieper die größte Klappe haben und sich nicht ans Tempolimit halten. 

Es gibt Leute, die werfen Leuten wie mir vor, Tiere zu vermenschlichen. Naja, Agas bauen viel Mist, aber ich sehe meine Pieper keine Atomwaffen bauen. So sehr wie Menschen scheinen sie mir dann wohl doch nicht. 
Mir kommt es oft umgekehrt vor: Dass Menschen durch Agas vermenschlichen. Und das kann keine Sünde sein

Sonntag, November 15, 2015

Agas und Wellis gehören nicht zusammen

Liebe Frau ..., vermutlich kennen Sie sich mit Agas aus & sind nicht böse, wenn ich sicherheitshalber trotzdem vom Gegenteil ausgehend anbiete, das Pieperchen entweder in unseren Schwarm zu übernehmen oder Ihnen zu Fragen der Pflege von Agaporniden behilflich zu sein. Sie können uns jederzeit anrufen
Agaporniden sind für Wellis geradezu lebensgefährlich, weil heftigeres Temperament und Hauptangriffsrichtung auf die Beine, die sie auch zwischen Gitterstäben hindurch mühelos abbeißen können.
Darum dürfen Agaporniden-Volieren nicht für Wellis erreichbar sein.
Auch umgekehrt dürfen Agas nicht zu Welli-Volieren fliegen.
Darum braucht es strikte Raumtrennung, sonst geht es mit absoluter Sicherheit schief & wäre tierschutzwidrig.
Agaporniden sind wie Wellensittiche äußerst liebes- und beziehungsbedürftig, heißen deshalb "Unzertrennliche", aber sind sensibler als Wellis, wenn sie seelisch nicht alles bekommen, was sie brauchen. Das Unglücklichsein kann sich im Federrupfen und ausgiebiger Jammerei ausdrücken, aber auch in Zudringlichkeit, die durch Bisse auf Unzufriedenheit schließen lässt.

Liebe Grüße aus Pankow

PS: sehr gute Aga-Beratung finden Sie in der Facebook-Gruppe https://www.facebook.com/groups/Agafreunde

Montag, November 09, 2015

Homosexuell veranlagte oder geprägte Agas ?

In der Pubertät kann schon mal einiges durcheinander gehen, aber wenn Hähne auf Hähne geprägt sind, dann kann es unumkehrbar sein wie bei der Prägung von Agas auf Menschen.
Unser Hahn Struwwel wird nie zum lupenreinen Hetero, sondern bleibt trotz seiner treuen & attraktiven Henne dem Superhahn Peter enger verbunden.
Intelligente Lebewesen "arrangieren" sich & das emotional Wichtigste ist für alle Agas, dass sie nicht vereinsamen & nicht gemobbt werden.
Ob die Hetero-Haltung glücklicher macht, ist mir längst nicht erwiesen, zumal wir dem dadurch verstärkten Bruttrieb nicht freien Lauf lassen können.
Es bleibt spekulativ, denn ob es in unserer Pieperwohnung mit zehn Hennen oder zehn Hähnen konfliktfreier als mit unserer gegengeschlechtlichen Haltung wäre, dafür fehlt es einfach mal an Versuchsanordnung, folglich auch an Erfahrung. LG

Dienstag, November 03, 2015

Theorie und/oder Empirie

Liebe ..., es lassen sich auch aus dem Kleinsäugetierbereich Arten zitieren, die auf unterschiedliche Nahrung spezialisiert sind, die entweder Gifte vertragen oder unbeeinträchtigt ausscheiden, oder daran zugrunde gehen.
Wirkliche "Generalisten", wirkliche "Allesfresser" gibt es nicht, allenfalls Spezies mit erstaunlicher Bandbreite an Futterarten.
Aber manche Pflanzen wehren sich mit Giften, die dann auch nur von ganz wenigen Vögeln, Säugetieren, Fischen, Reptilien, Echsen, Mikroorganismen usw. gefuttert werden können.

Darum lohnt es immer, zwischen bloßen Mutmaßungen und Erfahrungen zu unterscheiden.

Das Wissen um Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln ist wichtig, aber deren Wechselwirkungen so vielfältig und durch allgemeine als auch besondere Fähigkeiten auf Seiten der Verspeiser so hyperkomplex, dass Mutmaßung ohne breitere Erfahrung längst nicht zur Empfehlung geeignet sein kann.

Drum brachte ich oben die "Amsel" und weil nur sie an der Eibe, schlussfolgerte ich NICHTS für die Agas, denn für Tierversuche sind mir meine Herzenspieper einfach zu "nahestehend".

Mir genügt nicht, wenn es bloß heißt: "Es gibt gesündere Sachen."
Das ist zwar interessant, aber meine Agas sind glücklicherweise keine Koma-Patienten, die immerzu bloß an gesündesten Sachen interessiert sein müssten. Bin ich ja schließlich auch nicht.

Mir genügt nicht, wenn es bloß heißt: "Agas interessieren sich dafür nicht."
Auch das ist interessant, andererseits weiß jeder Agafreund, dass Agas auch individuell recht unterschiedlich drauf sein und ihre Interessen verändern können.

Die mir liebsten Antworten lauten: "Ich habe jahrelang beste Erfahrungen damit."
Oder: "Ich vermute ..."
Oder: Quellenangabe, so dass sich nachschauen lässt, ob dort vermutet oder auf welche Weise Erfahrung gesammelt wurde; Experiment, Diagnosen, Statistik.

Bei mir ist oft alles umgekehrt: Je wohler ich mich in einer Gruppe fühle, desto kritischer werde ich, damit mich Emotionen nicht zu sehr einlullen, wenn es um Wissen geht - oder sogar um Leben & Tod meiner Lieblinge.

LG

Dienstag, Oktober 27, 2015

Erstberatung

Hallo Tami, ein Ei ist kein Drama :-)

Es kann auch ohne Nistkasten passieren, aber "es legt sich auch wieder", also wird seltener, wenn Brutanreize reduziert werden.

Wenn die Süße ein weiteres Ei legt und kein Grünfutter gewohnt ist, kannst du dir die Calcium-Verabreichung per Trinkwasser etwas billiger machen, indem du ein kleineres Trinktöpfchen nimmst oder weniger auffüllst, denn täglich frisch muss für unsere kleinen Feinschmecker schon sein - und dann wird weniger Calcium weggeschüttet.

Die Umgewöhnung auf Frischnahrung kann länger dauern, wenn du Pech hast, denn nur gute Züchter ernähren artgerecht, während es sich die fauleren Züchter mit billigem und praktischem Trockenfutter bequem machen, also die Pieper "fehlprägen".
Das wirkt sich fatal aus, denn Fehlernährung dürfte eine der Hauptursachen dafür sein, dass Pieper gesundheitlich schwächeln, unnötig früh sterben. - Dann laufen trauernde Menschen öfter in die Zoohandlung & verschaffen schlechteren Geschäftemachern zusätzlichen Umsatz, zumal auch Zoohandlungen zumeist lieber ihre "Leckerlis" verhökern anstatt über die wirkliche Bedeutung von Frischfutter aufzuklären.

Beginne einfach mit kleinen Portionen Stangensellerie, die du hyperfein geschnitten in ebenfalls kleine Portionen Körnerfutter. Wiederum "kleine Portionen", damit nichts schlecht wird & schimmelt, denn wo "frisch" draufsteht, soll es auch frisch sein.

Die Umgewöhnung auf Frischfutter lässt sich durch Bereitstellung von frischen Zweigen beschleunigen. Besonders Hennen freuen sich sehr über Zweige, was zwar ebenfalls etwas mit dem Bruttrieb zu tun hat (Nistmaterial sammeln), aber da darfst du ruhig eingreifen - und Zweige zu knabbern gehört zu den Grundrechten von Agas, denn die Schnäbel brauchen Arbeit und die Pieperchen Mineralien, Vitamine.
Z.B. Weidenzweige, Walnussbaumzweige, alle Obstbaumarten.

Wenn du keinen Garten hast und wenig freie Natur in der Umgebung, dann zeige Gartenbesitzern einfach auf deinem Smartphone ein Aga-Foto. Dann schenken sie dir alles. LG

Gleichgeschlechtlichkeit ?

Unser Struwwel steht auch nach Jahren bis heute auf Peter, wenngleich er sich endlich halbwegs auf Henne Happy eingelassen hat, weil Peter wegen Motte und anderen Hühnern seine nur noch gelegentlich überschüssige Hahnenkraft dem Struwwel spendiert.
Von "Resozialisierung", wie es im Nymphen-Lexikon sicherlich gutgemeint, aber unpräzise heißt, kann oftmals nicht die Rede sein, denn das "Re" setzt eine Wiederkehr zu einem Früher voraus, das nicht bloß spekuliert sein darf,
und die "Sozialisierung" verkürzt die Existenz aga-sozialer Beziehungen auf den gegengeschlechtlichen Aspekt, so wichtig er für die Evolution und im Falle der Artbedrohtheit auch sein mag.

Dass die Häufigkeit von Selbstbefriedigung im Falle geglückter Verpaarung deutlich nachlässt, scheint sich bei Peter zu bestätigen, denn er beglückt die Stofftiere nahezu gar nicht mehr, während Struwwel sich mit Selbstbefriedigung überhaupt nie überraschen lässt, obgleich er den Hennen-Ansprüchen eher bloß höflichkeitshalber aufsitzt und rackert. Mir scheint, er geht sich fremd. Immerhin wird er allmählich selbstsicherer und leidet nicht mehr so sehr, von Peter weniger beachtet zu sein.

Wenn das Nymphen-Lexikon davon spricht, dass hahnlose Hennen stärker zum Eiern neigen als hetero-verheiratete Hühner, so wäre es mir nur plausibel, wenn glückliche Hetero-Hühner ihre Eier auch ausbrüten dürften, ansonsten scheint es bloß Angstmache-Gerücht, wenn nicht irgendwo näher und stichhaltig begründet.
Mir scheint eher das Gegenteil: Lesbisch liierte Hühner eiern seltener.
ABER ohne Statistik und fundierten Nachweis bleibt alles Religion.

Kurzum: Es gibt für die Trennung von aneinander gewöhnt-verschmusten Gleichgeschlechtlichen über den reversiblen Versuch der gegengeschlechtlichen Verpaarung hinaus kein zwingendes Argument.
Möchte jemand keinen Nachwuchs, so kann eine Gleichgeschlechtlichkeit, sofern sie glücklich scheint, sogar Vorzug sein.

Nicht ganz so, aber immerhin mit ähnlicher Tendenz schließt auch das Nymphen-Lexikon dieses Kapitel.

Mein Problem mit vieler Leute Theorie ist es oft, dass sie eine Vorstellung von etwas haben und glauben, sie dadurch aufpeppen zu dürfen, indem sie möglichst viele "Gründe" ins Feld führen, auch wenn sie bloß Wünsche zitieren und keine wirklichen Studien.